Sonnenfinsternis

Es ist vollbracht!

Die Bedingungen waren perfekt, alle Kameras haben einwandfrei funktioniert, die Resultate sehen toll aus:

Was aber diese Bilder nicht vermitteln können ist das Erlebnis der Totalität, was auch für die, die bereits vor 20 Jahren die totale Sonnenfinsternis über Süddeutschland erleben durften, nochmal eine ganz neue Erfahrung war.

Das Erlebnis ist schwer zu beschreiben. So wurde das Licht, während der Mond sich vor die Sonne schob, Stück für Stück unwirklicher. Einerseits war es wie in der Dämmerung, andererseits veränderte sich die Farbe des Lichtes nicht, sondern wurde einfach nur dunkler. Mit Eintritt der Totalität wurde es dann schlagartig dunkel und die Korona der Sonne wurde mit bloßen Auge sichtbar. Obwohl wir vor diesem Erlebnis viel über Sonnenfinsternisse und deren Begleiterscheinungen gelesen haben, waren wir alle erstaunt darüber, wie extrem diese Erscheinungen erlebbar waren.

Nun werden wir erst die Tonnen von Bildern, die während dieser 140 Sekunden Totalität entstanden sind, sichten, bearbeiten und schauen, ob diese sich irgendwie wissenschaftlich verwerten lassen. Das Problem bei den Aufnahmen (siehe oben) ist nämlich, dass die Korona sehr hell und gleichmäßig ist und somit Sterne, die möglicherweise sichtbar wären, und deren Ablenkung wir messen wollen, überstrahlt werden.

Gerade erst hat die ESO einen Artikel veröffentlicht, in dem sie das Originalbild von Eddington mitm oderner Bildbearbeitung neu analysieren. Wir werden nun etwas ähnliches mit unseren Bildern probieren.

Die Ruhe vor der Finsternis

Heute ist der letzte Tag vor der Finsternis. Den perfekten Beobachtungspunkt haben wir wenige hundert Meter oberhalb unserer Unterkunft im Valle de Elqui südlich der Stadt Vicuña gefunden:

Bis hierhin wandern wir von unserer Unterkunft etwa eine halbe Stunde, die Sonne verschwindet etwa 10 Minuten nach Ende der Totalität, die Wettervorhersage ist optimal, wir werden nicht im Verkehrschaos enden, da wir bis zur Finsternis unsere Autos nicht mehr bewegen werden.

Somit sind wir Stand jetzt optimal vorbereitet, die Kameraakkus werden noch aufgeladen, die Speicherkarten geleert, die Sonnenfinsternis kann kommen!

Die Suche nach dem perfekten Spot

Vor der Sonnenfinsternis am 2. Juli zwischen 15:23 und 17:46 haben wir zwei Tage Zeit, den perfekten Standort zu suchen.

Jetzt sind wir wirklich auf den Spuren Arthur Eddingtons, der vor 100 Jahren auf der Insel La Réunion vor dem selben Problem stand. Allerdings haben wir mit ganz anderen Problemen zu kämpfen: In der Region um den Ort Vicuña, etwa 60 km östlich von La Serena, sind wir natürlich nicht die einzigen, die den perfekten Ort für die Beobachtung der Sonnenfinsternis suchen. An jeder Straßenecke gibt es große Schilder, die auf dieses Ereignis hinweisen, Sportplätze werden zu großen Park- und Campingplätzen umfunktioniert, um dem Ansturm der Menschen gerecht zu werden, da die Totalität nur in einem Streifen von etwa 200 km Breite sichtbar sein wird.

Glücklicherweise ist so eine Sonnenfinsternis ein sehr gut vorhrrsagbares Ereignis, sodass wir mit Hilfe eines Computerprogramms wie Stellarium sehr genau wissen, wo die Sonne zum Zeitpunkt der Totalität stehen und wie weit sie sich über die etwa 2 Minuten bewegen wird.

Leider ist menschliches Verhalten sehr viel schwieriger vorhersagbar als die Bewegung der Sonne und des Mondes. Somit können wir zwar vorher sehr genau vorhersagen, ob wir von einem bestimmten Standort die verfinsterte Sonne beobachten können, allerdings nicht, ob der Zufahrtsweg gesperrt sein wird oder ob an dem entsprechenden Ort (zu) viele Menschen stehen werden, die potenziell die Sicht versperren könnten.

Aus diesem Grund fahren wir in diesen zwei Tagen mehrere potenziell geeignete Orte ab, um zumindestens die Faktoren zu testen, die wir vorher absehen können. Am Tag der Sonnenfinsternis werden wir dann mit der Morgendämmerung losfahren, um an dem optimalen Ort zu sein, bevor die zahlreichen Sonnenfinsternisjäger die Straßen verstopfen.

Ankunft in La Serena

Nach einem einstündigen Flug sind wir in La Serena angekommen und werden die Tage bis zum 2. Juli nutzen, uns auf die Sonnenfinsternis vorzubereiten.

Wir werden in unserer nächsten Unterkunft kein WLAN haben, deshalb wird es bei den nächsten Posts vermutlich keine Bilder geben, wir versuchen aber, euch schriftlich auf dem Laufenden zu halten.

Drückt uns die Daumen für gutes Wetter am 2. Juli!

Paranal

Der heutige Tag startete ausnahmsweise spät, denn wir waren erst am Nachmittag zu einer Führung am Paranal-Observatorium angemeldet.

Dort besuchten wir die Residenzia, das Hotel für Wissenschaftler*innen und Techniker*innen, die am Paranal arbeiten, sowie den Kontrollraum und das UT 2 („Kueyen“) des Very Large Telescope.

Im Anschluss an die Führung beobachteten wir von einem nahen Hügel den Sonnenuntergang und den atemberaubenden Sternenhimmel.

Aus den Anden an den Pazifik

Heute war der Tag des Abschieds vom kleinen Atacama-Dorf San Pedro. Als letztes Highlight fuhren wir heute nochmal richtig hoch. Richtig hoch bedeutet in diesem Fall, dass wir die 5000er-Marke brachen und vom Cerro Toco in über 5300 Meter Höhe einen Blick auf die Antennen von ALMA werfen konnten. Nebenbei trafen wir noch auf zwei australische Astronom*innen, die den Weltrekord für den höchstgelegnenen 3D-Druck aufstellen wollten. Wir wurden Zeuge dieses Weltrekordversuchs und hoffen, dass dieser Rekord nun in die nächste Auflage des Guinness-Buchs der Rekorde aufgenommen wird.

Auf der Rückfahrt nach Antofagasta machten wir noch einen Zwischenstopp im „Regenbogental“, wo wir eine große Lama-Herde und bunte Felsen fanden.

Abends waren wir dann endlich in Antofagasta und konnten beim Abendspaziergang noch einen Blick auf den Pazifik erhaschen.

El Tatio

Der heutige Morgen startete früh. Das bedeutet, dass wir uns bereits um fünf Uhr in der Frühe auf den Weg machten, um rechtzeitig zum Sonnenaufgang am Geysir „El Tatio“ zu sein.

Das bedeutete eine Fahrt bis auf über 4400 m Höhe (Vergleich mit europäischen Höhen: in etwa der Gipfel des Matterhorns, also des höchsten Berges der Schweiz) bei einer Temperatur von -10°C, da wir vor dem Sonnenaufgang da sein wollten.

So waren wir um kurz vor sieben Uhr auf dem Gipfel, wo wir die dampfenden heißen Quellen bestaunen konnten. Spektakulär wurde es dann, als die Sonne über dem Berg hervorkam und das Tal mit seinen sprudelnden und dampfenden Quellen mit Licht flutete.

Nach einer ausführlichen Fotosession begaben wir uns zu der naheliegenden Therme, in der wir bei Minusgraden ein heißes Bad nehmen konnten.

Die Rückfahrt war geprägt von Begegnungen mit Vikuñas, Füchsen, Vikuñas, Enten und, nicht zu vergessen, Vikuñas.

Von der Eis- in die Salzwüste

Der zweite volle Tag in San Pedro startete für Stefan und Merten bereits sehr früh, da sie Die Zeit vor dem Sonnenaufgang nutzen wollten, um den sternenklaren Nachthimmel über der Atacama-Wüste zu fotografieren. Eines der Resultate ist hier zu sehen.

Anschließend nahmen wir den ersten Höhentrip in Angriff: Wir fuhren bis auf eine Höhe von 4200 m zur Laguna Miscanti, um dort einerseits zu testen, wie wir mit dieser Höhe umgehen können (zum Vergleich: um in Europa auf diese Höhe zu kommen, muss man einige der höchsten Alpengipfel besteigen), andererseits ein atemberaubendes Panorama von schneebedeckten Andengipfeln zu bewundern.

Für den Abend hatten wir bereits am Vortag einen Besuch im Valle de la Luna reserviert, das für seine spektakulären Sonnenuntergänge bekannt ist. Da sich der Himmel im Laufe des Tages mit Wolken huhehogen hatte, hatten wir schon überlegt, diesen Besuch auf den folgenden Tag zu verschieben. Im Hachhinein stellte sich dann jedoch heraus, dass es genau die richtige Entscheidung war, beim heutigen Tag zu bleiben, denn kurz vor Sonnenuntergang riss zwischen Wolken und Horihont noch ein schmaler Streifen auf, der dafür sorgte, dass mit Sonnenhntergang die Bergkette am Horizent in einem kontinuierlichen Farbverlauf von violett über rot nach blau schimmerte und die Farbe der Wolken im Minutentakt von rötlich über orange bis goldgelb wechselte. Dieser Anblick war buchstäblich „unbeschreiblich“, weder mit Worten noch mit Bildern scheint eine Beschreibung angemessen. Wir versuchen trotzdem, mit einem Bild die Stimmung zumindest ansatzweise wiederzugeben.

Der erste Tag in der Atacama-Wüste

Nachdem wir in San Pedro angekommen waren, galt es nun also, die zahlreichen Faszinationen dieser trockensten Wüste der Erde (gemessen am Niederschlag) zu erkunden.

Den Anfang machte das Los Flamencos Naturreservat, in dem wir tatsächlich zahlreiche Flamingos und weitere interessante Vögel beobachten und fotografieren konnten. Hier wurden auch die mitgebrachten Tele-Objektive ausführlich getestet.

Im Anschluss suchten wir im Flussbett des Quebrada de Jerez nach prähistorischen Felsritzungen, bevor wir uns nach einer kurzen Verschnaufpause zum Sonnenuntergang in Richtung Ruinen von Pukara de Quitor aufmachen, wo wir wieder ein gigantisches Atacamapanorama im Sonnenlicht bestaunen konnten.

San Pedro

Gestern sind wir in San Pedro angekommen. Während des zweistündigen Fluges konnten wir auch schon eines unserer Ziele, nämlich die Teleskope am Cerro Paranal von oben betrachten und gleichzeitig eine spektakuläre Aussicht auf die Atacamma-Wüste und die Anden genießen.

Die Straße nach San Pedro schlängelte sich dann vom Meeresspiegel quer durch die Atacama-Wüste bis hinauf auf über 3000 m Höhe. Und plötzlich, fast am höchsten Punkt der Straße tauchte am Straßenrand plötzlich eine Herde Guanakos (die Wildform der Lamas) auf. Wenige Kilometer nach dieser Begegnung konnten wir am Straßenrand ein atemberaubendes Panorama im Sonnenuntergang bestaunen.

Diese Fahrt war ein idealer Vorgeschmack darauf, was uns in den kommenden Tagen hier in der Wüste erwarten wird.