Tag in Santiago

Den gestrigen Tag haben wir zum Ankommen in Chile mit etwas Sightseeing in Santiago verbracht.

Nachdem wir uns im Hostel etwas vom Interkontinentalflug erholt haben, sind wir zunächst mit der historischen Standseilbahn auf den Cerro San Cristobal gefahren, da man von dort einen wunderbaren Überblick über die Stadt hat. Die Nebelglocke, die die Stadt während unseres Anfluges noch eingehüllt hatte, hatte sich inzwischen verzogen und so konnten wir diesen spektakulären Blick mit den schneebedeckten Anden im Hintergrund genießen.

Anschließend bestiegen wir mit dem Cerro San Lucia noch einen weiteren Berg, wo wir unter anderem Kolibris beobachten konnten.

Leider hatten wir in einem Tag nicht die Zeit, die zahlreichen kulturellen Highlights wie etwa diverse Museen ausreichend zu würdigen.

Falls sich einige fragen, wie das Wetter bei uns ist, da wir ja vom Sommer- zum Winteranfang geflogen sind: Die Temperaturen tagsüber sind im mittleren Zehnerbereich, es ist leicht bewölkt. Einige Menschen haben ein T-Shirt, andere Winterjacken an.

Heute haben wir Santiago bereits verlassen und sind mit einem zweistündigen Flug nach Antofagasta geflogen, um von dort drei Stunden lang nach Osten bis zum Touristendorf San Pedro de Atacama zu fahren. Dort werden wir die nächsten fünf Tage verbringen und die Wunder der Atacamawüste bestaunen.

Es geht los

Heute geht es also los.

Wir fliegen aus Frankfurt über Amsterdam und Buenos Aires zunächst nach Santiago de Chile, von wo aus wir im Laufe der nächsten zwei Wochen Chile erkunden werden.

Mit im Gepäck haben wir fünf Kameras, mit denen wir während der Sonnenfinsternis Aufnahmen machen werden, mit denen wir die Ablenkung des Sternenlichts im Gravitationsfeld der Sonne nachweisen können.

Weil es aber zu schade wäre, nur für eine 273 Sekunden lange Finsternis, mnach Chile zu fliegen, werden wir uns davor und danach noch einige der Must-Sees dieses faszinierenden Landes anschauen, darunter die Großteleskope der Europäischen Südsternwarte ESO in La Silla und am Cerro Paranal.

Genaueres dazu aber später.

Insbesondere der Flug von Buenos Aires über die Anden nach Santiago war spektakulär. Hier ein paar Eindrücke vom Landeanflug:

Nach 13000 km und einer Reisezeit (Haustür zu Haustür) von ca. 30 Stunden sind wir nun im Hostel in Santiago angekommen und werden uns ein wenig die Stadt anschauen, bevor es morgen früh schon weiter nach Antofagasto im Norden geht.

Auf zur Sonnenfinsternis in Chile!

Im Jahr 1915 veröffentlichte Albert Einstein seine allgemeine Relativitätstheorie, mit der er das Verständnis über das Wesen der Gravitation grundlegend veränderte.

Gemessen an der Tragweite dieser Theorie war die öffentliche Resonanz relativ gering.

Dies änderte sich schlagartig im Jahr 1919. In diesem Jahr wurden zwei Expeditionen zu Sonnenfinsternissen nach Brasilien und La Reunion durchgeführt, mit der die Lichtablenkung des Sternenlichts durch die Masse der Sonne gelesen wurde und damit das erste Mal ein Nachweis für diese Theorie erbracht wurde.

Am 29. Mai diesen Jahres jährte sich diese Sonnenfinsternsis zum 100. Mal. Spektrum der Wissenschaft hat dazu einen ausführlichen Artikel veröffentlicht.

Wie es der Zufall will, findet auch in diesem Jahr, genau 100 Jahre später, wieder eine Sonnenfinsternis statt. Und wieder wird sie nur von der Südhalbkugel aus zu sehen sein, dieses Mal hauptsächlich vom Südpazifik und Chile aus.

Da die Beobachtungen vor 100 Jahren aufgrund der schwierigen Bedingungen und der damaligen Ausrüstung sehr fehlerbehaftet waren, wollen wir, zwei Masterstudent*innen der Physik von der Universität Göttingen, dieses Experiment nun wiederholen. Dafür fliegen wir mit Kameras und Objektiven einmal um die halbe Welt, um für zwei Minuten so viele Fotos von der Sonnenfinsternis wie möglich zu machen und auf diesen dann die Verschiebung der umliegenden Sterne präzise messen zu können.

Auf diesem Blog wollen wir euch über diese Exkursion auf dem Laufenden halten und Stück für Stück die Hintergründe erklären.